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Z-MVZ Betriebswirtschaft – Wie produktiv arbeitet ein Zahnarzt-MVZ mit angestellten Zahnärzten?

Z-MVZ Betriebswirtschaft – Wie produktiv arbeitet ein Zahnarzt-MVZ mit angestellten Zahnärzten?

Wie produktiv arbeitet ein Zahnarzt-MVZ mit angestellten Zahnärzten? Mangelnde Auslastung bei gleichzeitig hohem Patientenaufkommen, unzureichender Stundenumsatz je Behandler und niedriger Honorarumsatz je Patient sind nur wenige Anzeichen für unzureichende Produktivitätswerte. Zudem ist die Leistungsfähigkeit und die Umsatz- und Ertragskraft je mitwirkenden (angestellten) Zahnarzt meist sehr ungleich verteilt. Unter dem Strich erwirtschaftet das Zahnarzt-MVZ zwangsweise eine schlechte Praxisrendite.

Wie produktiv ein Zahnarzt-MVZ letztlich arbeitet, das hängt im Wesentlichen von der individuellen Leistungsfähigkeit ab. Nur mit exzellenten Produktivitätswerten lassen sich auch ausgezeichnete Praxisrenditen erwirtschaften und somit ausreichend Liquidität sichern. Für ein wachstumsorientiertes Zahnarzt-MVZ die Herausforderung überhaupt, damit sich expansionsfreudige Ziele auch verwirklichen lassen. Für die Unternehmensführung bzw. für die kaufmännische Leitung eines Zahnarzt-MVZ gilt daher: Produktivität geht vor Rentabilität, vor Liquidität!

Der erste Teil der Beitragsserie „Zahnarzt-MVZ erfolgreich gründen und optimieren“ beleuchtet die Produktivität von (angestellten) Zahnärzten.

  • Welche Symptome in einem Z-MVZ auf eine mangelnde Produktivität rückschließen
  • Welche 3 Faktoren die Produktivitätswerte beeinflussen und die Leistungsfähigkeit mindern
  • Wie Produktivitätswerte bei (angestellten) Zahnärzten in einem Z-MVZ gemessen und bewertet werden
  • Wie eine suboptimale Leistung(sfähigkeit) das Ergebnis äußerst negativ beeinflusst

Symptome unzureichender Produktivität

Es sind zahlreiche Symptome die darauf rückschließen lassen, dass das Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten nicht produktiv arbeitet:

  • Mangelnde Auslastung und das bei gleichzeitig hoher Patientennachfrage bzw. hohem Patientenaufkommen
  • Niedriger Stundensatz – unzureichender Honorar-Umsatz je geleistete Behandlungsstunde
  • Geringes Zahnarzt-Honorar je Patient
  • Hohe Personalkosten
  • Schlechte Praxisrendite

3 Faktoren, die Produktivitätswerte beeinflussen und die Leistungsfähigkeit von (angestellten) Zahnärzten mindern

Der erste Faktor bewertet zunächst die Auslastung der Praxis. Im Z-MVZ auffällig, dass trotz hoher Patienten-Nachfrage die Auslastung der Behandlungsstunden von angestellten Zahnärzten nicht (gleichermaßen) gegeben ist. Beträgt die Auslastung anstatt 100% effektiv nur 75%, mindert dies das Ergebnis entsprechend.
Der zweite Faktor bewertet den generierten Honorarumsatz je (geleisteter) Behandlungsstunde. Erwirtschaftet ein angestellter Zahnarzt im Mittelwert anstatt € 200,- nur € 150,-, minimiert sich in diesem Fall das Ergebnis ebenfalls um 25%.
Sind zum Beispiel beide Faktoren – Auslastung und generiertes Zahnarzt-Honorar je geleistete Behandlungsstunde – jeweils nur mit 75% zu bewerten, bedeutet das eine effektive Leistung von nur 56,3%.

Ein weiterer dritter Faktor bewertet „Leistungsminimierende Kriterien, die sogenannten „Leistungsstundensatz-Killer“. Damit sind weitere Einflussgrößen gemeint, die sich negativ auf die Produktivität auswirken. Diese können vom Behandler selbst oder durch die Praxisorganisation beeinflusst werden. Eine Beseitigung von Leistungsstundensatz-Killern bewirkt, dass der (angestellte) Zahnarzt bei gleichem Zeiteinsatz besser ausgelastet und gleichzeitig mehr Honorarumsätze generiert.

Leistungsstundensatz bei angestellten Zahnärzten messen und Bewerten - Z-MVZ Betriebswirtschaft

Die Bewertungen von Auslastung, generiertes Zahnarzt-Honorar je geleisteter Behandlungsstunde und die Identifikation von Leistungsstundensatz-Killen sind die erste Maßnahme einer Betriebswirtschaftlichen Beratung und Analyse. Sie geben genauen Aufschluss über die Produktivität und die Leistungsfähigkeit eines Z-MVZ und jedes angestellten Zahnarztes. Das Ergebnis spiegelt den Leistungsstundensatz wieder.

Kennen Sie den individuellen Leistungsstundensatz Ihrer angestellten Zahnärzte?
Wussten Sie, dass in einem Zahnarzt-MVZ angestellte Zahnärzte arbeiten, die zu 50% dem „TYP“ Zahnarzt I. und IV. Quartal entsprechen?

Z-MVZ Betriebswirtschaft – so werden Produktivitätswerte bei (angestellten) Zahnärzten in einem Z-MVZ gemessen und bewertet

Nehmen wir einmal an, Sie haben mit Ihren angestellten Zahnärzten (im Weiteren „Zahnarzt Mittelwert“ genannt) folgende Rahmenbedingungen / Sollwerte vereinbart: 1.428 Behandlungsstunden p.a. und Ø € 200,- Honorarumsatz je Behandlungsstunde. Werden die Sollwerte erreicht, erzielt unser „Zahnarzt Mittelwert“ ein Ergebnis von € 285.600,- Honorarumsatz p.a.
Beide Parteien – sowohl angestellter Zahnarzt wie auch die kaufmännische Leitung des Z-MVZ dürften mit der Zielerreichung äußerst zufrieden sein. Anmerkung: Zeiteinsatz und definierter Honorarumsatz je Behandlungsstunde weichen in der gängigen Praxis ab. Diese sind individuell zu bewerten!

Zahnarzt Mittelwert - Z-MVZ Betriebswirtschaft

Wie wirkt sich die Abweichung bei Auslastung und generiertes Zahnarzt-Honorar je Behandlungsstunde aus? Die folgenden Beispiele – analog dem Zahnschema I. bis IV. Quadrant – geben Aufschluss:

Zahnarzt I. Quadrant

Die Auslastung beträgt 75%. Bei den 1.071 geleisteten Behandlungsstunden kann „ZA I. Quadrant“ € 200,- je Behandlungsstunde generieren. Wenn aber die gesamte Behandlungszeit berücksichtigt wird, dann beträgt der Leistungsstundensatz nur € 150,-. „ZA I. Quadrant“ erwirtschaftet im Vergleich zu seinem Kollegen „Mittelwert“ € 71.400,- weniger Honorarumsatz per anno. Die Leistung von „ZA I. Quadrant“ entspricht 75,0 %.

Zahnarzt II. Quadrant

Die Auslastung beträgt 100%. Bei den 1.428 geleisteten Behandlungsstunden kann „ZA II. Quadrant“ sogar ein höheres Honorar je Behandlungsstunde generieren. Der Leistungsstundensatz beträgt € 225,-. (12,5% höheres Honorar/h im Vergleich zu Kollegen „Mittelwert“) „ZA II. Quadrant“ erwirtschaftet im Vergleich zu seinem Kollegen „Mittelwert“ € 35.700,- mehr Honorarumsatz per anno. Die Leistung von „ZA II. Quadrant“ entspricht 112,5 %.

Zahnarzt III. Quadrant

„ZA III. Quartal“ ist eine fleißige Arbeitsbiene, die Auslastung beträgt 110%. Bei den 1.570 geleisteten Behandlungsstunden kann „ZA III. Quadrant“ € 150,- je Behandlungsstunde generieren. Wird die gesamte Behandlungszeit berücksichtigt, dann beträgt der Leistungsstundensatz € 165,-. Trotz höherem Einsatz erwirtschaftet „ZA III. Quadrant“ im Vergleich zu seinem Kollegen „Mittelwert“ € 49.980,- weniger p.a. Die Leistung von „ZA III. Quadrant“ entspricht 82,5 %.

Zahnarzt IV. Quadrant

Bei „ZA IV. Quartal“ sind es 2 Faktoren, die vom Kollegen „Mittelwert“ abweichen: einmal die mangelnde Auslastung von nur 75% und, dass er nur ein Honorar von € 150,- je Behandlungsstunde generieren kann. Der Leistungsstundensatz beträgt nur € 112,50. „ZA IV. Quadrant“ erwirtschaftet im Vergleich zu seinem Kollegen „Mittelwert“ € 124.950,- weniger per anno. Die Leistung von „ZA IV. Quadrant“ entspricht nur 56,3 %.

Der Vergleich „Zahnarzt Mittelwert und seine „Kollegen I. – IV. Quadrant“ verdeutlichen, wie sich Abweichungen von einzelnen Produktivitätswerten betriebswirtschaftlich bewerten und darstellen lassen. Eine suboptimale Leistung(sfähigkeit) einzelner angestellter Zahnärzte beeinflusst das Ergebnis des Z-MVZ äußerst negativ. Und: „Zahnarzt IV. Quadrant“ ist in einem wachstumsorientierten Z-MVZ nicht die Ausnahme!

Vergleichswerte von angestellten Zahnärzten im Z-MVZ Betriebswirtschaft-liche Beratung

Wie setzt sich das Zahnärzteteam in einem Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten zusammen?

  • 25 % „ZA Mittelwert“
  • 25 % „ZA II. Quadrant“. Das sind die Top-Leistungserbringer, meistens mitwirkende Chefs / Z-MVZ-Inhaber
  • 50 % lassen sich dem „ZA I. und ZA IV. Quadranten zuordnen
  • Die fleißige Arbeitsbiene – ZA III. ist in einem Z-MVZ bei angestellten Zahnärzten eher die Ausnahme.

Zahlreiche Untersuchungen und betriebswirtschaftliche Analysen bestätigen eindeutig: Eine Mehr-Behandler-Praxis bzw. ein Zahnarzt-MVZ mit angestellten Zahnärzten erzielt eine Leistung von max. 75%. Wie sich das auf die Praxisrendite auswirkt soll im nächsten Teil beleuchtet werden.

Fazit:

Nur mit einer hohen Produktivität und Leistungsfähigkeit lassen sich für ein Zahnarzt-MVZ auch gute Ergebnisse erzielen. Produktivität geht vor Rentabilität und Liquidität. Produktivität wird gemessen an der Formel: Ergebnis / Einsatz oder Ertrag / Aufwand. Die Leistungsfähigkeit jedes angestellten Zahnarztes wird beeinflusst von Auslastung und generiertes Zahnarzthonorar je Behandlungsstunde. Die Beseitigung von Leistungsstundensatz-Killern ermöglicht es, bei gleichem Zeiteinsatz mehr Honorarumsätze zu generieren. Die betriebswirtschaftliche Beratung unterstützt die kaufmännische Leitung Ihres Z-MVZ dabei, Produktivitätswerte zu messen und exakt zu bewerten. Sie zeigt alle relevanten Potenziale auf und schafft die Voraussetzung zur konsequenten Steigerung der Leistungsfähigkeit jedes (angestellten) Zahnarztes.

Im nächsten Teil der Beitragsserie „Zahnarzt-MVZ erfolgreich gründen und optimieren“ wird die Rentabilität eines Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten behandelt.

Weitere Informationen zum Thema Z-MVZ Betriebswirtschaft erhalten Sie unter:
http://praxis-analysen.de/zahnarzt-mvz-erfolgreich-gruenden-und-optimieren/

Kontakt:

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Mathias Leyer, Gesundheitsökonom FH
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