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Z-MVZ: Die 6 großen Herausforderungen

Z-MVZ: Die 6 großen Herausforderungen

Z-MVZ: Die 6 großen Herausforderungen

Risiken und Schwachstellen eines Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten

Z-MVZ Wirtschaftlichkeit: geringe Rentabilität und mangelnde Liquidität

  • Wirtschaftlichkeit: Im Vergleich zur inhabergeführten Einzelpraxis arbeitet ein Zahnmedizinisches Versorgungszentrum mit angestellten Zahnärzten/innen wesentlich unwirtschaftlicher. (Formel: Umsatz / Kosten)
  • Leistungsniveau und Performance (angestellter) Zahnärzte/innen: Das Leistungsniveau eines Z-MVZ Behandler-Teams ist unterschiedlich hoch, gleiches gilt für die Performance-Entwicklung. Das führt zu dem sogenannten „Pareto-Effekt“ (80-20er Regel). Nur ein Teil der Zahnärzte/innen erwirtschaften einen Leistungsstundensatz von ³ € 250,-. Der andere Teil schafft gerade einmal eine Leistung von € 100,- bis € 150,- je Behandlungsstunde.
  • Profit-Center Prophylaxe, Praxislabor & Co.: Angestellte Zahnärzte/innen mit einem geringen Leistungsstundensatz leisten außerdem einen wesentlich geringeren Beitrag zum Erfolg der Profit-Center Prophylaxe und Praxislabor bei. So kommen z. B. in einer Prophylaxe orientierten Zahnarztpraxis auf einen Zahnarzt 1,0 bis 2,0 Prophylaxe-Fachkräfte, in einer „ZE-lastigen“ Praxis ebenfalls 1,0 bis 2,0 Zahntechniker auf einen Zahnarzt. Im Vergleich dazu ist in einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum die Ausprägung 0,25 zu 1,0 (ZMP/ZT je ZA).
  • Rentabilität und Liquidität: Da nur ein Teil der angestellten Zahnärzte/innen produktiv arbeiten – gemessen am Leistungsstundensatz – erwirtschaftet das Zahnmedizinische Versorgungszentrum nur eine geringe Umsatzrendite. Wachstumsorientierte Z-MVZs mit ambitionierten Expansionsstrategien stoßen dann Aufgrund mangelnder Liquidität schnell an ihre Grenzen.

Work-Private-Balance: hohe Doppelbelastung für Z-MVZ Inhaber/innen

Arbeitet ein Zahnmedizinisches Versorgungszentrum nicht ausreichend wirtschaftlich (geringe Rentabilität und/oder mangelnde Liquidität), wird gerne von den Z-MVZ Inhaber/innen der Versuch unternommen, diese Defizite durch eigene Mehrarbeit zu kompensieren. Neben der zahnärztlichen Tätigkeit (in Vollzeit) werden dann noch überdurchschnittlich viele administrative Stunden pro Woche geleistet. Im Ergebnis bedeutet das eine unausgewogene und unbefriedigende Work-Private-Balance.
Das passiert insbesondere bei folgenden Konstellationen:

  • Bei der Umsetzung und Vorfinanzierung von Expansionsstrategien.
  • Wenn ein hoher Anteil an angestellten Zahnärzten/innen nur über eine geringe Produktivitätsleistung verfügt.
  • Wenn die Unternehmensstruktur max. 8 angestellte Zahnärzte/innen bei 1 bis 2 Praxisinhaber/innen vorsieht und bedingt durch die geringe Ertragskraft kein/e Manager/in eingestellt (bezahlt) werden kann, der zur spürbaren Entlastung der Z-MVZ Inhaber/innen beitragen könnte.

Z-MVZ Personal-Management: fehlendes qualifiziertes und engagiertes Fachpersonal

  • Motivation und Anerkennung: Der Grund für den „Fachkräftemangel“ ist in erster Linie ein „hausgemachtes Problem“. Das Motiv, warum Mitarbeiter/innen ihren Job wechseln bzw. „hinschmeißen“ ist die fehlende Anerkennung und mangende Wertschätzung.
  • Organisations- und Führungsstil: In einer inhabergeführten Einzelpraxis obliegt die Motivation der Mitarbeiter/innen vornehmlich beim „Chef“ selbst. In einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum hingegen müsste diese Aufgabe und Verantwortung von den angestellten Zahnärzten/innen übernommen werden.
    Außerdem wollen (intrinsisch) motivierte/motivierbare Mitarbeiter/innen nicht nur wissen, wie sie eine Aufgabe erfüllen (prozessorientiert), sondern fragen nach dem warum und sie wollen die großen Zusammenhänge verstehen. Der klassische Führungsstil in Zahnarztpraxen bzw. Z-MVZs berücksichtigt allerdings vorwiegend das prozessorientierte Denken und Handeln der Führungskräfte.
  • Führungskompetenzen: Weil angestellte Zahnärzte/innen weitgehend von allen Führungsaufgaben und –Verantwortungen ausgegrenzt werden, verstärken sich damit die Konfliktpotenziale im gesamten Team. Die eingeräumten Komfortzonen führen schließlich zu einer „Infektion“ und es bedarf einer weiteren Position „Personal-Manager/in“, die sich den (neuen) Herausforderungen des Personal-Managements annimmt.
  • Rekrutierungsverfahren und Performance-Entwicklung: In Zahnmedizinischen Versorgungszentren werden die zu besetzenden Positionen nicht an den strategischen Zielen ausgerichtet. Finden sich im Rahmen der Rekrutierung „geeignete“ Bewerber/innen, werden diese i. d. R. sofort „ins kalte Wasser geworfen“. Weil personalverantwortliche Führungskräfte davon ausgehen, dass alle Zahnärzte/innen nahezu über die gleichen Qualitäten verfügen, werden die individuelle Performance weder überprüft noch systematisch entwickelt.

Z-MVZ Organisationsentwicklung: hohe Reibungsverluste bei zunehmender Unternehmensgröße

Die Organisation eines Zahnmedizinischen Versorgungszentrums mit angestellten Zahnärzten/innen ist im Vergleich zur inhabergeführten Einzelpraxis wesentlich komplexer. Bei zunehmender Unternehmensgröße müssen dann auch die notwendigen Strukturen und Prozesse geschaffen werden, damit das Unternehmen nicht nur größer, sondern vor allem gesund wachsen kann. Mit der Anzahl an Mitarbeiter/innen steigen die Herausforderungen. Vieles muss überprüft, koordiniert und überwacht werden, was neu zu schaffende Positionen (kaufmännische Leitung bzw. Geschäftsführung, Controlling, Personal-Management, usw.) erfordert.

Z-MVZ Marketing und Patienten-Management: Patientenklientel mit großem Anteil Non-Compliance

Marketing-Konzept und Strategische Positionierung: Die Umsetzung eines Marketing-Konzeptes berücksichtigt die konsequente Ausrichtung auf den Patienten und ein professionelles Auftreten der Praxis nach innen und außen. Im Vergleich zu einer inhabergeführten Einzelpraxis stehen einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum bei der strategischen Positionierung mehr Optionen zur Verfügung. Dennoch wählt ein Z-MVZ in aller Regel die Strategie der Differenzierung (anders als andere) und nicht die einer Positionierung (besser als andere).

Markenbildung und die „Marke Zahnarzt“: Kompetenz und Vertrauen sind die Eckpfeiler jeder Zahnarzt-Patienten-Beziehung. Da ein Zahnarzt (w/m) seine Leistung immer im direkten Kontakt zu seinen Patienten erbringt – unabhängig ob nun in einer Zahnarztpraxis oder in einem Z-MVZ – erfolgt die Identifikation stets über die Persönlichkeit. Die Verwirklichung der „Marke Zahnarzt“ gelingt, wenn zahnärztliche Behandler/innen in den Köpfen ihrer Patienten eine feste Position einnehmen.

Gelingt es angestellten Zahnärzten/innen in einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum nicht, Kompetenz zu vermitteln und Vertrauen aufzubauen, wirkt sich das äußerst negativ auf Therapieakzeptanz, Compliance und Loyalität ihrer Patienten aus und die angestrebte Markenbildung bleibt versagt.

Patienten-Management: Angestellte Zahnärzte/innen mit wenig Berufserfahrung verfügen i. d. R. nicht über die Performance, Patienten professionell zu managen, so wie ihre erfahrenen Kollegen/innen bzw. wie gestandene Praxisinhaber/innen. In einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum zeigen sich dann folgende Symptome:

  • kurzfristige Terminabsagen und No-Shows
  • geschriebene Therapiepläne werden nicht 1:1 realisiert
  • geringe Anzahl an Patienten, die regelmäßig von der Prophylaxe profitieren

Im Ergebnis bedeutet das eine hohe Non-Compliance der Patienten.

Z-MVZ Führung, Strategie und Controlling: Überlastung des Managements bei den Kernaufgaben

Aufgrund seiner Größe und Anzahl an Mitarbeiter/innen braucht ein Zahnmedizinisches Versorgungszentrum mit angestellten Zahnärzten/innen ein leistungsstarkes Management, das den Herausforderungen „Führung und Strategie“ gerecht wird und das „Unternehmen Z-MVZ“ mittels Controlling auf Erfolgskurs führt. Das unterscheidet ein Z-MVZ maßgeblich zur inhabergeführten Einzelpraxis.

Die gängige Praxis eines Z-MVZ bestätigt immer wieder, dass die Kernaufgaben des Z-MVZ Managements unterschätzt werden. So werden dringliche Arbeiten (aufgrund mangelnder Priorisierung) im operativen Tagesgeschäft bevorzugt, wichtige Managementfunktionen und –aufgaben werden nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen. Ein zwingend benötigtes Controlling existiert nicht.

Mehr Informationen rund um das Thema Z-MVZ erhalten Sie unter dem folgendem Link:
Zahnarzt-MVZ erfolgreich gründen und optimieren

Kontakt

ML PRAXISANALYSEN
Unternehmensberatung für Zahnärzte
Mathias Leyer, Gesundheitsökonom FH
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