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Z-MVZ Personal-Management: Ängste, Blockaden und Widerstände in Zahnmedizinischen Versorgungszentren

Z-MVZ Personal-Management: Ängste, Blockaden und Widerstände in Zahnmedizinischen Versorgungszentren

Z-MVZ Personal-Management: Ängste, Blockaden und Widerstände in Zahnmedizinischen Versorgungszentren

Teil 4 der Beitragsserie: Professionelles Personal-Management in Zahnmedizinischen Versorgungszentren

Ängste, Blockaden und Widerstände sind psychologisch begründet. Das sind „menschliche“ Eigenschaften, die zu hohen Reibungsverlusten in einem Unternehmen führen können und dann jede Menge Geld, Zeit und Nerven kosten. Je nach Art, Umfang und Intensität können diese Reibungsverluste bis zu 25 % der Wertschöpfung eliminieren. Ein Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten macht da keine Ausnahme – ganz im Gegenteil.

Der Umstand, dass sich diese Reibungsverluste in Form von Ängsten, Blockaden und Widerständen in jedem größeren Zahnmedizinischen Versorgungszentrum wiederfinden, macht das Thema äußerst interessant. Es ist die Chance und gleichzeitig die Aufgabe der Z-MVZ Unternehmensführung und die des Personal-Managements, hier Abhilfe zu schaffen. Und dafür Sorge zu tragen, dass zukünftige Wertschöpfung sich im vollen Umfang entfalten kann.

Reibungsverluste im Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten

Vereinfacht gesehen gibt es hier 2 verschiedene Formen an Reibungsverlusten, so wie sie auch in einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum vorkommen:

  1. Bedingt durch mangelnde, fehlerhafte Strukturen und Prozesse in der Praxisorganisation. Mitarbeiter/innen, (angestellte) Zahnärzte und auch Patienten müssen sich mit defizitären Praxisstrukturen /-abläufen arrangieren.
  2. Trotz optimaler Strukturen und Prozesse im Z-MVZ gelingt es nicht, dass sich das Z-MVZ Personal (Mitarbeiter/innen und angestellte Zahnärzte) an die definierten Standards und Qualitätsvorgaben halten. Diese Art „Non-Compliance“ geschieht bewusst und/oder unbewusst.

„Top 10“: Ängste, Blockaden und Widerstände in einem Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten

In meiner Tätigkeit als Praxis-Coach und –Berater habe ich seit Beginn meiner Selbständigkeit im Jahr 1992 unzählige Beispiele kennen gelernt. Hier ist meine Top 10. Diese Ängste, Blockaden und Widerstände finden sich in kleinen und auch größeren Praxiseinheiten (Z-MVZ, BAG, GbR mit angestellten Zahnärzten) wieder.

„Keine Zeit!“ oder: „Das habe ich zeitlich bedingt nicht geschafft!“

„Keine Zeit!“ oder: „Das habe ich zeitlich bedingt nicht geschafft!“

Nun könnte man annehmen, es handelt sich bei der Aussage: „Keine Zeit“ bzw. „Das habe ich zeitlich nicht geschafft!“ um einen Vorwand. Oder wurden hier die Prioritäten einfach nur falsch gesetzt?
Haben Sie Kinder? Dann kennen Sie die folgende Situation aus eigener Erfahrung. Was antworten Kinder auf die Frage: „Magst Du ein Eis?“ Dann lautet die Antwort zu 100 % bestimmt nicht: „Keine Zeit, ich muss erst Hausaufgaben machen und dann mein Zimmer aufräumen!“
Wer etwas wirklich möchte/will, der nimmt sich auch die Zeit. Nicht nur, weil es ihm persönlich wichtig ist, sondern weil es ihn intrinsisch motiviert und er/sie dafür förmlich „brennt“. Mitarbeiter/innen und angestellte Zahnärzte, denen selbst etwas ganz besonders wichtig ist, dürften demnach nicht mit dieser „Ausrede“ auffahren.

„Das kann nicht funktionieren!“

„Das kann nicht funktionieren!“

Kennen Sie diese Zweifler, Skeptiker und ewigen Infragesteller? Jede eingebrachte und vorgeschlagene Idee wird gleich im Keim erstickt! Da hilft i. d. R. auch kein Diskutieren: das Glas ist halbleer, nicht halbvoll. Es kann einfach nicht funktionieren – bei/mit diesen Mitarbeiter/innen bzw. angestellten Zahnärzten. In den seltensten Fällen erreichen diese Mitwirkenden im Z-MVZ überdurchschnittliche Honorar-Umsätze.

Aufgabe der Z-MVZ Unternehmensführung bzw. des Personal-Management ist es, bereits im Rekrutierungsverfahren entsprechende Einstellungs- und Verhaltensmuster zu erkennen und von Anfang an für klare Verhältnisse zu sorgen. In allen anderen Fällen ist ein Grundsatzgespräch die erste Wahl.
Warum? Kreative Ideen sind für innovative Zahnmedizinische Versorgungszentren äußerst wichtig. Und vieles beginnt mit einer Vision (Vergleich J.F.K.).

„Ja, aber …!“

„Ja, aber …!“

Was steckt hinter der Aussage: „Ja –aber!“ und wie kann damit professionell umgegangen werden?

  1. Positiv betrachtet bzw. gewertet: da hat ein/e Mitarbeiter/in oder Kollege/in berechtigte Bedenken, Einwände, usw.
  2. Negativ zu werten: wenn dieses „ja – aber“ einem tradierten Muster entspricht und sich damit ständig wiederholt.
  3. Oder, wenn sich Mitarbeiter/innen und angestellte Zahnärzte im Umgang mit Veränderungsprozessen wiederholt schwer tun.

Grundsätzlich ist ein Feedback (ja, aber) für die Unternehmensführung oder das Personal-Management eines Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten wichtig und wertvoll. Es darf sich hier allerdings kein tradiertes Muster erkennen lassen. Ansonsten besteht Handlungsbedarf.
Handlungsbedarf besteht auch, wenn Mitarbeiter/innen und angestellte Zahnärzte im Zahnmedizinischen Versorgungszentrum mit Veränderungsprozessen nur schwer zurechtkommen. (Vergleich Abbildung „Veränderung: ja – aber!“ Am Beispiel des „Lola-Prinzips“) Ein „Ja, ich will ja verändern, aber ich kann nicht loslassen!“ führt zum ewigen Jammern und damit zum Machtverlust über die eigene Persönlichkeit!

„Das ist aber viel Arbeit!“

„Das ist aber viel Arbeit!“

Schön, wenn es dann heißt: „Das ist aber viel Arbeit!“ „Danke liebe/r Kollege, dass Du das so offen ansprichst. Ja, das erfordert schon ein wenig Fleißarbeit.“
Die Unternehmensführung und/oder das Personal-Management eines Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten können mit einem solchen Feedback ganz gelassen umgehen und folgende Hilfestellung anbieten:

  • „Welche Unterstützung benötigen die Mitarbeiter/innen bzw. die Zahnärzte?“
  • „Wie können Sie im Besonderen dabei unterstützend mitwirken?“
  • „Bis wann kann die Aufgabenstellung erledigt werden?“ Wichtig, die Zielvorgabe ist eingrenzen, z. B.: „bis in 2 oder eher in 3 Wochen?“

„Fehlender Expertenstatus“ oder: „Mir fehlt die Expertise“

„Fehlender Expertenstatus“ oder: „Mir fehlt die Expertise“

Eine ganz besondere Art einer „Blockade“ sind Äußerungen bzw. Annahmen: „Mir/uns fehlt die Expertise!“ Oder: „Wir können nicht so erfolgreich sein wie wir wollen, weil wir keinen Spezialisten mit Expertenstatus in unserem zahnärztlichen Behandler-Team für die Behandlungsleistung „XY“ haben!“
Richtig ist: Ein Expertenstatus ist in dem heutigen Marketing-Zeitalter von großer Wichtigkeit, weil einzelne Patienten-Zielgruppen (solventes Patientenklientel) vorwiegend einen Spezialisten bzw. Experten konsultieren. Doch was bitte ist ein Expertenstatus und was verbirgt sich hinter dem Mythos Experte?

Dazu die Erfahrung von einem Trainerkollegen, der die Behandlung seiner Knieverletzung ausschließlich vom Orthopädie-Experten Nr. 1 durchführen lassen wollte. Mit Beschwerden sucht dieser einen Oberarzt im ortsansässigen Krankenhaus auf und erzählt ihm, dass er die OP vom Orthopädie-Experten Dr. Hans Wilhelm Müller-Wohlfahrt durchführen lassen will. Daraufhin der Oberarzt: „Wie bitte, um Gottes Willen nicht! Die Aufgabe meines Kollegen ist es primär, die Spieler wieder fit zu machen, wie auch immer!“
Der Team-Arzt vom FC Bayern genießt den Ruf als Experte Nr. 1 seiner Zunft. Als Boris Becker einmal bei den Australian Open Knieprobleme bekam, ließ er Dr. Müller-Wohlfahrt um den halben Erdball anfliegen. Als ob es in Australien keinen Orthopäden geben würde, der Boris Becker da nicht auch behandeln konnte.
Der „fehlender Expertenstatus“ ist oftmals eine rein mentale Blockade in den Köpfen von angestellten Zahnärzten und Führungskräften eines Z-MVZ. Weil sie ihren Erfolg von den 5 % fehlender Expertise abhängig machen.

„Wie soll ich diese Umsatzziele nur erreichen?“

„Wie soll ich diese Umsatzziele nur erreichen?“

Eine immer wiederkehrende und berechtigte Aussage von angestellten Zahnärzten in Zahnmedizinischen Versorgungszentren ist: „Festgehalt und Umsatzbeteiligung – schön und gut! Aber wie soll ich diese Umsatzziele / diesen Honorarumsatz überhaupt erreichen?“ Hier ist die Unternehmensführung gefordert, plausible Antworten zu liefern! Und, die Wege aufzuzeigen, die es angestellten Zahnärzten/-ärztinnen ermöglichen, gute Honorarumsätze (realistisch) generieren zu können.
Warum angestellte Zahnärzte den Umsatzerwartungen eines Z-MVZ nicht immer gerecht werden, liegt u. a. an folgenden Gründen:

  • geringe Leistungsfähigkeit (Performance)
  • geringe Leistungsbereitschaft (Engagement)
  • unzureichendes Marketing (hoher Anteil an Non-Compliance Patienten)

Im Blogbeitrag „Z-MVZ Personal-Management – Teil 8“ wird auf die Performance-Entwicklung von angestellten Zahnärzten näher eingegangen.

„Das Z-MVZ in Konkurrenz zur Selbständigkeit in eigener Praxis“

„Das Z-MVZ in Konkurrenz zur Selbständigkeit in eigener Praxis“

Zahnärzte – vornehmlich die der „Generation Y“ – haben heutzutage die Wahl: Anstellung in einem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum oder Niederlassung in eigener Praxis. Selbst wenn die Anstellung in einem Z-MVZ als erste Wahl zählt, bleiben Zweifel und Sehnsüchte für viele angestellten Zahnärzte/-innen nach wie vor bestehen.

  • „Wenn ich doch nur meine eigene Praxis hätte, dann …!“
  • „Kann ich als angestellte/r Zahnarzt/-ärztin in einer Mehrbehandler-Praxis überhaupt erfolgreich sein?“
  • „Hätte ich in einem anderen Zahnarzt-MVZ ggf. größere Chancen, dass ich dort meine Vorstellungen besser verwirklichen könnte?“
  • usw.

Das sind für eine/n Zahnarzt/-ärztin wichtige Fragestellungen, die von der Z-MVZ Unternehmensführung bzw. dem Personal-Management bereits im Rahmen der Rekrutierung offen angesprochen und erörtert werden sollten. Die Abbildung „Das Z-MVZ in Konkurrenz zur Selbständigkeit in eigener Praxis“ zeigt die „Verdienstmöglichkeiten“ bei Selbständigkeit und Festanstellung im Vergleich.
Der Blogbeitrag „Personal-Management – Teil 7: Das Z-MVZ in Konkurrenz mit der Selbständigkeit in eigener Praxis“ beleuchtet dieses Thema ausführlich.

„Das mach ich nicht!“

„Das mach ich nicht!“

Diese Aussage hat es in sich: „Das mache ich nicht!“. Und weil es schon förmlich nach Widerstand klingt, wird das in aller Regel auch nicht offen kommuniziert, sondern eher stillschweigend praktiziert. Arbeiten/Tätigkeiten, die ungern oder grundsätzlich nicht ausgeführt werden und sich auf Behandlungsleistungen oder Patienten-Zielgruppen beziehen sind beispielsweise:

  • Die Nichtbehandlung von speziellen Patienten aus Angst vor Ansteckung bzw. Unsicherheit im Umgang mit dem Krankheitsbild. Das traf vorwiegend in den 1980er und 1990er Jahren bei Patienten mit Viruskrankheiten (Hepatitis/HIV) zu, die dann vereinzelt ausgegrenzt wurden.
  • Ein Ausgrenzen von sogenannten „Problempatienten“. Der routinierte Praktiker hat ein Gespür für den „problematischen“ Patienten und er erkennt unbewusst die Patienten, die sich nicht in die Alltagsroutine einordnen lassen.
    Ein willkürliches Ausgrenzen von „Problempatienten“ kann zu Mindereinnahmen von bis zu 25% des Zahnarzt-Honorars führen und Negativ-Bewertung in Ärzteportale (Jameda) oder bei Google nach sich ziehen.
  • Leistungen, die nicht angeboten werden, weil sie umsatztechnisch nicht vergütet werden. Das bezieht sich auf zahntechnische Arbeiten wie auch auf Behandlungsleistungen Prophylaxe und UPT.
  • Mangelnde interdisziplinäre Zusammenarbeit und kooperative Praxis aus Angst vor Umsatzeinbußen. Z. B. das Delegieren einer Parodontitis-Behandlung an einen Kollegen, der sich auf die Behandlung von Zahnfleischerkrankungen spezialisiert hat. Dann heißt es – bzw. es wird sich gedacht: „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“

„Ich war das nicht!“

„Ich war das nicht!“

Die Aussage: „Ich war das nicht!“ trifft im Allgemeinen auf alle Mitarbeiter/innen zu. Angestellte Zahnärzte/innen machen da manchmal keine Ausnahme.
Es ist des Deutschen Mentalität und eine in unseren Unternehmenskulturen fest tradierte Angewohnheit, einen Fehler grundsätzlich erst einmal von sich zu weisen.
Der Blogbeitrag Z-MVZ Personal-Management Teil 10 beleuchtet dieses empfindsame Thema mit dem Titel: „Arsch in der Hose haben!“

„Infektionskrankheiten im Z-MVZ“

„Infektionskrankheiten im Z-MVZ“

Infektionskrankheiten wie Hepatitis, HIV oder andere krankheitserregende Bakterien, Keime und Viren kennt jedes Zahnmedizinische Versorgungszentrum. Und es weis in aller Regel, sich dagegen bestmöglich (präventiv) zu schützen. Nun gibt es noch andere „Krankheiten“, die ein Team infizieren können und sich negativ auf Psyche, Moral und Leistung auswirken.
Das beste Beispiel hierfür sind Komfortzonen, die bewusst und/oder unbewusst geschaffen und von der Unternehmensführung bzw. dem Personal-Management eines Z-MVZ toleriert werden. Je größer die Praxiseinheit, desto wichtiger ist es, sich diesem Thema zu stellen. In dem Blogbeitrag Z-MVZ Personal-Management Teil 6 „Infektionskrankheiten in Zahnmedizinischen Versorgungszentren belasten Teamwork“ wird darauf ausführlich eingegangen und die „Infektionen“ thematisiert, die das Teamwork und die Wertschöpfung in einem Zahnarzt-MVZ äußerst schwer belasten können.

Fazit

Das Eliminieren von Ängsten, Blockaden und Widerständen in einem Z-MVZ mit angestellten Zahnärzten kann die Wertschöpfung bis zu 25 % erhöhen. Werden die Reibungsverluste minimiert, begünstigt das zwangsläufig die Produktivität. Rein monetär betrachtet geht es hier um viel Geld. Wird auch die psychologische, „menschliche“ Komponente berücksichtigt, führt das zu einer signifikanten Optimierung der „Jobzufriedenheit“, von der Mitarbeiter/innen, angestellte Zahnärzte und Z-MVZ Inhaber/innen enorm profitieren. Ein weiterer, nicht unerheblicher Vorteil ist, dass das Unternehmen Z-MVZ damit seine Arbeitgeber-Attraktivität erhöht.

Wenn Sie das Thema „Patienten-Management in Ihrem Zahnmedizinischen Versorgungszentrum“ professionell behandeln wollen, sich 100 % Wertschöpfung (befreit von Ängsten, Blockaden und Widerständen) wünschen, dann schreiben Sie mir eine E-Mail oder rufen mich einfach an.

Mehr Informationen rund um das Thema Z-MVZ erhalten Sie unter dem folgendem Link:
Zahnarzt-MVZ erfolgreich gründen und optimieren

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Unternehmensberatung für Zahnärzte
Mathias Leyer, Gesundheitsökonom FH
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